Im jüngsten Beschluss der Kulturbehörde werden Karneval, Fastnacht und Fasching in Brandenburg offiziell als immaterielles Kulturerbe verzeichnet. Das fördert das rheinische Brauchtum, die sorbische Zapust-Feier in der Niederlausitz und das Quempas-Singen während der Luckauer Christmette gleichermaßen. Die Maßnahme soll die kulturelle Substanz ländlicher Gemeinden sichern, die Vereinsarbeit stärken und das Bewusstsein für regionale Traditionen unter Bürgern und Touristen langfristig erhöhen. Sie schafft Rahmenbedingungen für lebendige Feste und stärkt lokalen Zusammenhalt.
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Karneval, Fastnacht und sorbischer Zapust erhalten Kulturerbe-Status in Brandenburg
Durch die offizielle Anerkennung von Karneval, Fastnacht und Fasching als immaterielles Kulturerbe unterstreicht Brandenburg die Bedeutung regionaler Festtraditionen. Das Landesverzeichnis nimmt neben dem rheinischen Karneval auch den sorbischen Zapust in der Niederlausitz und das Quempas-Singen während der Christmette in Luckau auf. Diese Entscheidung soll historische Bräuche lebendig halten, das Engagement lokaler Vereine würdigen und die Wahrnehmung kultureller Vielfalt landesweit verbessern. Sie stärkt Identifikation, fördert interkulturellen Austausch und sichert Traditionen generationsübergreifend.
Traditionelles Zampern und Vogelhochzeit prägen sorbischen Karneval Zapust heute
Zwischen Januar und März bildet der sorbische Karneval Zapust in den Ortschaften um Cottbus/Cho?ebuz einen zentralen Brauchzyklus. Er beginnt mit dem lauten Zampern: Verkleidete Gruppen sammeln Spenden und vertreiben symbolisch den Winter. Darauf folgt der Zapust-Tanz in wendischen Trachten. Am 25. Januar veranstalten Schulen und Kindergärten die Vogelhochzeit. Zusätzliche lokale Rituale wie Niederlausitzer Hahnrupfen und Oberlausitzer Osterreiten verdeutlichen die lebendige sowie vielfältige Tradition. Sie machen regionales Kulturerbe und nachhaltig erlebbar.
Regionale Initiative stärkt Identität durch angestrebten Eintrag ins Kulturerbe
Mit Blick auf den Erhalt kultureller Ausdrucksformen haben die Karnevalsverbände Brandenburgs, Berlins, Mecklenburg-P Vorpommerns, Sachsens, Sachsen-Anhalts sowie Thüringens gemeinsam einen Antrag auf bundesweite Aufnahme ihres Brauchtums in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes gestellt. Die Verbände repräsentieren etwa 930 örtliche Karnevalsvereine mit insgesamt rund 95.000 Mitgliedern. Bereits in der Vergangenheit hatte Thüringen Karneval ins eigene Landesverzeichnis eingetragen, um dessen Bedeutung offiziell anzuerkennen. Der jetzt gestellte Antrag soll die historische Tradition nachhaltig sichern.
Quempas-Singen in Luckau und Perleberg erhält landeskulturellen Schutzstatus jetzt
Mit Unterstützung des Heimatvereins Luckau und der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Luckau ist das Quempas-Singen zur Christmette offiziell in das brandenburgische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Am ersten Weihnachtstag gestalten mehrere Chöre in abwechselnden Abschnitten einen historischen Wechselgesang, der sich über mehrere Jahrhunderte hinweg bewahrt hat. Neben Luckau im Landkreis Dahme-Spreewald sind auch Perleberg und diverse Gemeinden der Prignitz an der Pflege dieser lebendigen Tradition beteiligt. Die Entscheidung stärkt kulturelles Erbe.
Durch die formale Anerkennung von Karneval, Fastnacht und Fasching als Brandenburgisches Immaterielles Kulturerbe erhält das kulturelle Netzwerk vor Ort neue Perspektiven. Das sorbische Zapusttreiben, das christmettlische Quempas-Singen und die Aktivitäten zahlreicher Karnevalsgesellschaften werden durch Förderprogramme und Fachberatung gestärkt. Workshops, Ausstellungen und Publikationen dokumentieren die Bräuche. Die Einreichung zur bundesweiten Liste belegt die Relevanz für den kulturellen Zusammenhalt und die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen. Partizipatorisch, digital, wissenschaftlich fundiert und zugänglich präsentiert.

